Diese Seite fasst zusammen, welche Referenzmengen in der EU für Kalium und für Magnesium gelten, in welchen Lebensmitteln beide vorkommen und welche vier Angaben die Europäische Kommission jeweils einzeln zugelassen hat.
Wer verstehen möchte, warum in Ernährungstexten ständig von Elektrolyten die Rede ist, muss zuerst wissen, wie der Körper sein Wasser aufteilt. Bei einer Person von 70 Kilogramm sind rund 42 Liter Wasser im Spiel. Etwa 28 Liter davon liegen innerhalb der Zellen, die restlichen 14 Liter außerhalb — verteilt auf den Zwischenzellraum und etwa drei Liter Blutplasma.
Beide Räume enthalten die gleiche Menge gelöster Teilchen, aber völlig verschiedene. Im Zellinneren liegt die Kaliumkonzentration bei etwa 140 Millimol pro Liter, außerhalb bei nur 4 bis 5. Bei Natrium ist es umgekehrt: rund 140 Millimol pro Liter außerhalb, etwa 12 innerhalb. Magnesium folgt einem eigenen Muster — das meiste liegt gebunden vor, frei messbar sind nur Bruchteile davon.
Dieses Gefälle entsteht nicht von selbst. Es wird von Transportproteinen in der Zellmembran hergestellt und dauerhaft gegen den Diffusionsdruck gehalten. Sobald die Energieversorgung einer Zelle aussetzt, gleichen sich die Konzentrationen an.
Zellmembranen lassen Wasser passieren, gelöste Ionen dagegen nur über Kanäle und Pumpen. Steigt die Teilchenkonzentration auf einer Seite, wandert Wasser dorthin, bis der Druck ausgeglichen ist. Dieses Prinzip heißt Osmose, und es erklärt, weshalb der Salzhaushalt und der Wasserhaushalt in der Physiologie nicht getrennt betrachtet werden.
Als Tonizität bezeichnet man die Wirkung einer Lösung auf das Zellvolumen. Eine isotone Lösung lässt die Zelle unverändert, eine hypotone lässt sie quellen, eine hypertone entzieht ihr Wasser. Infusionslösungen und Getränke werden nach genau dieser Größe eingeordnet.
Kalium ist mengenmäßig das wichtigste positiv geladene Teilchen innerhalb der Körperzellen. Ein Erwachsener trägt etwa 130 bis 140 Gramm davon in sich, ganz überwiegend in der Skelettmuskulatur gespeichert. Weil nur ein bis zwei Prozent außerhalb der Zellen zirkulieren, bildet ein Serumwert die Gesamtmenge im Körper nur eingeschränkt ab.
Nach jedem elektrischen Signal muss eine Muskel- oder Nervenzelle in ihren Ausgangszustand zurückkehren, bevor sie erneut reagieren kann. Diese Rückkehr geschieht dadurch, dass Kaliumkanäle öffnen und Kalium-Ionen der Zelle entlang ihres Konzentrationsgefälles nach außen folgen. Die Innenseite wird dabei wieder negativ. Anschließend holt die Natrium-Kalium-ATPase das Kalium unter ATP-Verbrauch zurück.
Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs bestimmt, wie schnell eine Faser hintereinander erregt werden kann. In der Herzmuskulatur ist die Zeitspanne besonders genau abgestimmt, weil dort jede Erregung in eine feste Abfolge eingebettet ist.
| Lebensmittel | Zustand | Kalium je 100 g |
|---|---|---|
| Aprikosen | getrocknet | 1.370 mg |
| Weiße Bohnen | getrocknet | 1.300 mg |
| Avocado | roh | 485 mg |
| Spinat | roh | 550 mg |
| Kartoffeln | gegart | 410 mg |
| Banane | roh | 360 mg |
Richtwerte aus gängigen Nährwerttabellen. Sorte, Anbau, Lagerung und Zubereitung führen zu Abweichungen. Bezugsgröße für Kalium: 2.000 mg pro Tag nach Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.
„Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
„Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Von den etwa 24 bis 26 Gramm Magnesium im Körper eines Erwachsenen sind rund 60 Prozent im Knochenmineral eingelagert, knapp 30 Prozent liegen in der Muskulatur, der Rest verteilt sich auf Leber, Nervengewebe und andere Organe. Im Blutserum befindet sich weniger als ein Prozent der Gesamtmenge.
Freies ATP ist für die meisten Enzyme kein brauchbares Substrat. Erst wenn sich ein Magnesium-Ion an die Phosphatgruppen anlagert, entsteht der Komplex, den Kinasen, ATPasen und Polymerasen tatsächlich umsetzen. Damit steht Magnesium indirekt hinter jeder Reaktion, die chemische Energie aus ATP freisetzt — von der Muskelkontraktion bis zur Arbeit der Ionenpumpen.
Ein zweiter, gut beschriebener Wirkort liegt an der Pore bestimmter Calciumkanäle. Magnesium-Ionen können sich dort anlagern und den Calcium-Einstrom dämpfen. Da einströmendes Calcium in der Muskelfaser das Signal zur Verkürzung auslöst, beeinflusst das Verhältnis der beiden Ionen, wie eine Faser zwischen Anspannung und Entspannung wechselt.
| Lebensmittel | Zustand | Magnesium je 100 g |
|---|---|---|
| Kürbiskerne | getrocknet | 400 mg |
| Sonnenblumenkerne | getrocknet | 330 mg |
| Mandeln | roh | 270 mg |
| Haferflocken | Vollkorn | 140 mg |
| Vollkornbrot | gebacken | 60 mg |
| Spinat | roh | 60 mg |
Richtwerte aus gängigen Nährwerttabellen. Ausmahlungsgrad, Ernte und Zubereitung führen zu Abweichungen. Bezugsgröße für Magnesium: 375 mg pro Tag nach Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.
„Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
„Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Kalium und Magnesium tauchen in Ernährungstexten oft im selben Satz auf. Rechtlich gesehen ist das ungenau: Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 führt jede Angabe getrennt und bindet sie an genau einen Mineralstoff. Eine gemeinsame Formulierung für zwei Mineralien ist nach diesem Regelwerk nicht vorgesehen. Deshalb stehen die vier Angaben hier einzeln nebeneinander.
Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt ebenfalls zu einer normalen Muskelfunktion bei. Beide Angaben sind getrennt zugelassen und gelten jeweils nur für den genannten Mineralstoff.
Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Beide Mineralien werden über den Darm aufgenommen und größtenteils über die Nieren wieder ausgeschieden. Die Niere filtert täglich ein Vielfaches der im Blut vorhandenen Menge und holt den weitaus größten Teil in den Tubuli zurück. Wie viel am Ende im Urin landet, hängt von der Zufuhr, vom Flüssigkeitshaushalt und von hormonellen Signalen ab.
Über den Schweiß verlässt ebenfalls ein Teil den Körper, wobei Natrium und Chlorid dort mengenmäßig dominieren; Kalium und Magnesium sind in deutlich geringerer Konzentration enthalten. Bei längerer körperlicher Belastung in warmer Umgebung summieren sich diese Verluste dennoch.
Zur Aufnahme im Darm gibt es einige gut dokumentierte Wechselwirkungen:
Beide Zahlen stammen aus Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 und dienen der Kennzeichnung von Lebensmitteln. Sie sind Bezugsgrößen für die Prozentangaben auf der Verpackung, keine individuellen Empfehlungen. Die Werte fallen unterschiedlich aus, weil der Körper von Kalium ein Vielfaches der Magnesiummenge enthält und entsprechend größere Mengen umsetzt.
In der Regel ja. Die Analyse auf dem Rücketikett listet die gelösten Bestandteile in Milligramm pro Liter auf, darunter meist Kalium, Magnesium, Calcium, Natrium, Chlorid, Sulfat und Hydrogencarbonat. Die Spannweite zwischen einzelnen Quellen ist groß: Bei Magnesium reicht sie von wenigen Milligramm bis zu dreistelligen Werten pro Liter.
Es handelt sich um verschiedene Verbindungen desselben Minerals. Sie unterscheiden sich im Anteil an elementarem Magnesium pro Gramm Substanz und in ihrer Löslichkeit. Welche Form in einem Erzeugnis eingesetzt werden darf, regelt die Liste zulässiger Mineralstoffquellen im Anhang der einschlägigen EU-Vorschriften. Der zugelassene Wortlaut der gesundheitsbezogenen Angabe bezieht sich dabei stets auf Magnesium als Mineralstoff, nicht auf eine bestimmte Verbindung.
Ja, vor allem durch Auslaugen. Beide Mineralien sind wasserlöslich und gehen beim Garen in reichlich Wasser teilweise in die Flüssigkeit über. Bei Kalium fällt dieser Effekt am stärksten aus. Kurze Garzeiten, wenig Wasser, Dämpfen oder das Weiterverwenden des Kochwassers in Suppen und Soßen halten mehr davon im fertigen Gericht.
Nein. Der Leitfaden ist ein redaktioneller Text und bleibt bei Referenzmengen aus der EU-Kennzeichnung, Gehaltswerten von Lebensmitteln und dem Wortlaut der zugelassenen Angaben. Eine auf einzelne Personen zugeschnittene Mengenempfehlung gehört in die Hand einer Arztpraxis oder einer Ernährungsfachkraft.
Der digitale Leitfaden führt die Tabellen dieser Seite in erweiterter Form fort, ergänzt ein Glossar der Begriffe aus dem Wasser- und Salzhaushalt und nennt die Fundstellen der vier Angaben im Amtsblatt der Europäischen Union.
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